Protestantismus

"Widerstand" Erinnerung an die Protestanten des Gefängnisturmes


1598 erliess Heinrich IV das Edikt von Nantes, welches den Protestanten in Frankreich Religionsfreiheit gewähren sollte. Dieses Edikt wurde jedoch 1685 von Ludwig XIV wieder aufgehoben.

Es folgte eine Periode der Verfolgung und Unterdrückung der Protestanten, die sogar Anfang des 18. Jh. in Languedoc und in den Cevennen zum "Camisardenkrieg"  (bewaffneter Hugenottenaufstand) führen sollte. Bereits 1686 diente der "Tour de Constance" wie andere Türme der Stadt als Gefängnis für die Hugenotten, die sich nicht zum Katholizismus bekehren lassen wollten. 1703 gelang es dem Camisardenführer Abraham Mazel mit 16 seiner Kameraden auszubrechen, in dem er in einer Schiessscharte einen Stein lockerte.

Ab 1715 wurde der Turm ein reines Frauengefängnis. Diese inhaftierten Frauen kamen häufig aus den Cevennen. Grund ihrer Festnahme war oftmals nur, dass sie einer religiösen Versammlung beigewohnt hatten oder als Hugenottinnen entlarvt worden waren. Ihre Haftbedingungen waren äußerst schlecht, deshalb schwuren auch mehrere dem protestantischen Glauben ab, einige wenige kamen durch Begnadigung frei. Marie Durand war eine der markantesten Persönlichkeiten, unerschütterlich in ihrem Glauben und ihrer Energie. Sie stammte aus der Ardèche, wurde sehr jung festgenommen, mit dem Ziel, auf ihren Bruder Pierre, der Pastor war, Druck auszuüben, damit sich dieser den Behörden stelle. Ihre Gefangenschaft dauerte 38 Jahre, bis 1768. Ihr wird die Inschrift auf dem Rand des Rundfensters im oberen Saal zugeschrieben: das Wort « register » (Widerstand leisten), ein vitaler Aufruf für die Gewissensfreiheit.