Die "Tour de Constance"

Louis IX wählte Aigues-Mortes
Im Jahre 1240 ruft Papst Innocenz IV die Herrscher Europas zum Kreuzzug auf, um Jerusalem zurückzuerobern. Louis IX (Ludwig der Heilige) übernimmt das Kommando für die Expedition. Da sein Königreich jedoch über keinen Einschiffungshafen am Mittelmeer verfügt, erhebt er Anspruch auf den Hafen von „Aquae Mortuae“.
Zu dieser Zeit gehört die Provence zum Römisches Reich und das Languedoc-Roussillon zu dem Reich der Könige von Aragon (Spanien). Aigues-Mortes der „toten Wasser“ befand sich damals an den Ufern einer großflächigen Lagune, die durch Kanäle mit dem Meer und durch weite Moore mit den westlichsten Rhônearmen verbunden war.
Im Jahre 1246 gewährt Louis IX. den Einwohnern eine handelsrechtliche Charta, und die Bevölkerung in diesevon dreckigen und Krankheiterregenden Sümpfen umgebene Stadt zu locken. Er veranlasst auch den Bau einer Aufgedämmten Fernstraße, die den einzigen Zugang zwischen Aigues-Mortes und dem Festland darstellt, der später vom „Tour Carbonnière“ (Gemeinde Saint Laurent d’Aigouze) aus verteidigt wird. Saint Louis bricht im Jahre 1248 zum 7. Kreuzzug auf. Die Planung der Stadt und ihre Erbauung sind schon fast fertig gestellt. Im Jahre 1270 schifft der Herrscher während des 8. Kreuzzuges erneut in Aigues-Mortes ein und stirbt kurz darauf an Typhus.
La Tour de Constance
Es lässt sich jedoch bestätigen, dass die Konstruktion des Turms auf Anordnung des Königs zu seinen Lebzeiten zwischen 1241 und 1250 in Angriff genommen und vollendet wurde. Im Jahre 1249 wird er in einem Vertrag unter dem Namen „Tour du Seigneur du Roi“ erwähnt. Mit seinen massiven, unerschütterlichen Mauern und seiner „bewundernswerten Stärke“ ragt der Turm als ansehnliches Symbol königlicher Herrschaft über noch unerschlossenes Land empor.






